10.01.2025 - Sonderehrung Förderverein Miniaturstadt Bützow e. V.
Im Rahmen des Neujahrsempfangs 2025 wurde am 10. Januar der Förderverein Miniaturstadt Bützow e. V. geehrt. Lesen Sie hier die vollständige Laudatio, verlesen von Christian Grüschow.
Meine sehr geehrten Gäste,
die öffentliche Würdigung des Ehrenamtes in unserer Stadt ist für alle politischen Vertreter Bützows ein persönliches Bedürfnis und seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil unserer Neujahrsempfänge.
Alljährlich danken wir an dieser Stelle Menschen und Organisationen mit einer Sonderehrung, die sich in vergangenen Jahren, teils Jahrzehnten für unsere Stadt und unsere Stadtgesellschaft in besonderer Art und Weise engagiert haben.
In diesem Jahr werden wir zwei Ehrungen vornehmen.
Die erste Auszeichnung darf ich zugunsten des Fördervereins Miniaturstadt Bützow e. V. vornehmen, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen begeht:
„Klein Bützow“, „Bützow im Miniformat“ oder einfach „Ministadt“: Unsere Miniaturstadt im gleichnamigen Freizeit- und Familienpark hat viele Namen und sie ist ganz besonders.
Die Ursprünge der Miniaturstadt gehen auf eine dänische Miniaturstadt zurück, die Lothar Stroppe, damaliger Bürgermeister, Anfang der 90er Jahre mit Mitstreitern besuchte und darauffolgend eine Idee für Bützow entwickelte.
Zu einer Zeit, zu der viele Bützowerinnen und Bützower ihre Arbeitsplätze vor allem in den Möbelwerken verloren, sollte der gemeinsame Aufbau der Miniaturstadt Beschäftigung und Perspektiven bieten.
Einst unter Federführung der Stadt Bützow, übernahm die Berufsqualifizierungsgesellschaft Bützow und Umland e. V. (kurz BQG) den weiteren Aufbau der Miniaturstadt, bis sich 2005 der Förderverein Miniaturstadt gründete.
In den vergangenen 20 Jahren gelang dem Verein Bemerkenswertes:
Die Bützower Altstadt ist mit der Langestraße, Schlossstraße, dem Schlossplatz und den Wallstraßen und natürlich der Stiftskirche sowie dem Rathaus so detailgetreu wie es handwerkliche Fähigkeiten ermöglichen im Antlitz der letzten Jahrhundertwende nachgebaut.
Sorgfältig werden Materialien geprüft und Kleinstteile wie Fensterchen, Türchen, Zierteile, Mini-Dachschindeln in Handarbeit hergestellt.
Zur besseren Vorstellung:
Für 1 m² Dachfläche werden ca. 1.800 Schindeln benötigt, die mitunter einzeln gestanzt und anschließend verklebt werden.
Wenn ehemalige Bützowerinnen und Bützower oder deren Nachfahren, so berichten es die ehrenamtlich Tätigen – und so habe ich es auch erlebt –, die Miniaturstadt besuchen und z. B. vor ihrem Elternhaus stehen bleiben oder in der Straße, in der sie aufgewachsen sind, dann entstehen ganz besondere Momente.
„Da, das war mein Zimmer“ oder „Hier an der Ecke haben wir uns immer getroffen.“ Oft nimmt das Staunen kein Ende.
Die detailgetreue Nachbildung historischer Gebäude trägt zur Bewahrung unseres kulturellen Erbes bei. Die Miniaturstadt ist nicht nur ein einzigartiges Werk, welches Touristen, Besucher und Einheimische gleichermaßen begeistert.
Sie ist ein wertvoller Erinnerungsort.
Das Engagement des Fördervereins jedoch geht weit über das Planen, Zeichnen, Bauen und Instandhalten der rund 150 Gebäude hinaus: Traditionelle Feste und Veranstaltungen wie die Ostereiersuche, das Kindertagsfest, das Erntedankfest oder auch die Märchennachtwanderung werden von den Vereinsmitgliedern gemeinschaftlich organisiert und mit sehr großem Engagement und vielen, vielen Stunden im Ehrenamt durchgeführt.
Der Förderverein Miniaturstadt und sein Wirken sind in Bützow ein ganz wesentlicher Teil des kulturellen Geschehens.
Liebe Birgit, du bist seit nun mehr 20 Jahren 1. Vorsitzende, trägst die Verantwortung und bist gemeinsam mit Deinem Vorstand und den fast 50 Mitgliedern eine der Säulen des Ehrenamts hier in Bützow – immer mit Strahlkraft – weit über die Stadt- und Amtsgrenzen hinaus.
Im Jahr 2020 erhieltet ihr unter großer Beachtung den Regine-Hildebrandt-Preis. Im Sinne Regine Hildebrandts ist der Preis Anerkennung und Ermutigung zugleich - für euren Einsatz für mehr soziale Gerechtigkeit und Solidarität.
Liebe Birgit, lieber Vorstand, liebe Mitglieder,
für Euer besonderes und schon so lange währendes ehrenamtliches Engagement bedanken wir uns herzlich.
Euch gilt dieser Applaus. Komm bitte auf die Bühne.